Serviced Apartments: aus der Nische in den Mainstream
Serviced Apartments haben sich in Deutschland vom Randphänomen zu einem festen Bestandteil der Beherbergungsbranche entwickelt. Wo früher „Wohnen auf Zeit“ mit einfachen Monteursunterkünften gleichgesetzt wurde, steht heute ein professionelles Segment zwischen Hotellerie und Wohnungsmarkt. Über 59.000 Einheiten verteilen sich auf mehr als 1.100 Häuser, das entspricht bereits rund 5 % des gesamten Beherbergungsmarktes.
Der Serviced-Apartments-Markt in Zahlen
Die aktuellen Marktdaten zeichnen ein klares Bild. Die durchschnittliche Auslastung liegt zwischen 76 und 80 % und damit spürbar über der klassischen Hotellerie. Bis Ende 2028 ist ein Wachstum von fast 28 % geplant. Aktuell konzentrieren sich 42 % der Einheiten auf die vier großen Städte Berlin, München, Frankfurt und Hamburg, doch das größte Wachstum wird tatsächlich in B-, C- und D-Städten erwartet, weil die Metropolen erste Sättigungserscheinungen zeigen.
Warum die Auslastung so hoch ist
Der Schlüssel liegt im Geschäftsmodell. Serviced Apartments werden häufig für mehrere Wochen oder Monate gebucht. Das sorgt für stabilere Belegung, geringere Fluktuation und deutlich schlankere Abläufe: weniger Check-ins, weniger Reinigungszyklen, planbarere Personaleinsätze. Für Betreiber bedeutet das niedrigere operative Kosten pro belegter Nacht und für Investoren eine berechenbarere Ertragslage als im volatileren Kurzzeit-Hotelgeschäft.
Die Zielgruppen: mehr als Geschäftsreisende
Traditionell buchen Geschäftsreisende, Pendler und Projektarbeiter Serviced Apartments, wenn sie über längere Zeit an einem fremden Ort arbeiten. Doch die Zielgruppe wächst: 2025 überholten Leisure-Gäste erstmals die Business-Gäste. Digitale Nomaden, Familien in Übergangsphasen und Menschen zwischen zwei Wohnorten nutzen das Format zunehmend. Diese Vielfalt macht das Segment robuster gegen konjunkturelle Schwankungen, ein entscheidender Vorteil gegenüber Betrieben, die von einer einzigen Gästegruppe abhängen.
Was den Markt antreibt
Hinter dem Wachstum stehen langfristige Trends: internationaler Geschäftsverkehr, flexible und ortsunabhängige Arbeitsmodelle, Urbanisierung und angespannte Wohnungsmärkte in vielen Städten. Serviced Apartments beantworten gleich mehrere dieser Entwicklungen. Sie bieten flexibles Wohnen auf Zeit dort, wo klassischer Wohnraum knapp und das Hotel für längere Aufenthalte zu teuer ist.
Chancen für Betreiber und Investoren
Der Markt ist noch heterogen: hochprofessionelle Gruppen mit einheitlichen Standards stehen neben zahlreichen Einzelbetrieben. Genau darin liegt die Chance. Wer ein Apartmenthaus eröffnen, eine leerstehende Immobilie reaktivieren oder ein bestehendes Objekt umpositionieren möchte, findet einen Markt, der noch offen ist, sich aber schnell professionalisiert. Entscheidend ist, früh die richtigen Weichen zu stellen, beim Standort, beim Betreibermodell und bei der digitalen Systemlandschaft aus PMS, Channelmanager, Zutrittslösung und Gästekommunikation.
Fazit
Serviced Apartments sind längst kein Nischenprodukt mehr, sondern ein wachsender, ertragsstarker Teil der Beherbergung. Das Potenzial ist bei Weitem nicht ausgeschöpft und die nächsten Jahre werden voraussichtlich weitere deutliche Marktzuwächse bringen. Wer jetzt investiert oder umstellt, tut das in einem Markt mit klarem Rückenwind.
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PS: Bleib dran, beim nächsten Blogartikel geht es um die öffentliche Förderung der Eröffnungsprojekte.
Quellen:
Fördermittel-Check Charlotte Arweiler (Stand Juli 2026) · BAFA, Förderung von Unternehmensberatungen für KMU (bafa.de) · Förderdatenbank des Bundes (foerderdatenbank.de) · IHK Cottbus/Nürnberg zur BAFA-Förderung 2026 · GRW-/Landesförderbanken zur Tourismusförderung. Programme, Fördersätze, Gebietskulissen und Fristen ändern sich mehrmals jährlich und werden je Bundesland unterschiedlich ausgelegt — vor jeder Antragstellung aktuellen Stand prüfen.